Schnakeinen - Ein Dorf im Kreis Preußisch Eylau

Vorwort

 

Dieses kleine Dorf in Ostpreußen gilt meinem besonderem Interesse, weil mein Vater Ernst Thiel 1920 dort geboren wurde. Er hat viel davon erzählt, meine Bitte es einmal gemeinsam zu bereisen aber abgelehnt.

 

Vielmehr noch hat meine Oma Anna, die eigentlich aus Packerau bei Tharau stammt, dort mit meinem Opa und den Söhnen gelebt. Auch sie berichtete von ihrer Sehnsucht nach Schnakeinen in ihren Briefen, die sie nach der Flucht, gelandet in Aue/Sachsen an meinen Vater in Norddeutschland schrieb.

 

So blieb mir nichts von Vaters Tohus, ausser ein paar Personenfotos, Namen von Schnakeiner und Briefinhalten.

 

Als ich mich Ende der 1990er auf die Suche nach Informationen über das Dorf machte, war die Hinweislage im Netz und auch in der Literatur ernüchternd gering.

Mein Interesse wuchs jedoch vielleicht gerade darum.

 

Alles änderte sich, als ich 2001 meine Cousine Erika aus Schnakeinen und ihre Aufzeichnungen zum Dorf kennen lernte.

Man muss nur dran bleiben, war seit dem klar. So bekam ich einen neuen Blick, z.B. für die Widmungen auf Fotos in unserem Familienalbum und für die Briefe meiner Angehörigen.

Und ich forschte nach wo es nur ging, holte Adressen ein, führte Telefonate, stattete Besuche ab, besuchte Archive, erwarb die Einwohnerlisten "unseres" kleinen Dörfchens.

 

Ich veröffentlichte alle Informationen über Schnakeinen 2008 in einem Internet Blog. Was mich darüber dann an Mitteilungen, Infos und Dokumenten erreichte, überstieg meine kühnsten Wünsche und Hoffnungen.

 

Das Heimatdorf meines Vaters, seine Einwohner und das alltägliche Leben dort bis zur Flucht im Winter 1945 bekamen ein erstaunlich deutliches Gesicht.

 

Besonderer Dank sei an dieser Stelle allen gesagt, die meinen Hunger an Information mit tollen Berichten, Fotos und Dokumenten fütterten. Ohne euch gäbe es diese Chronik eines verschwundenen Dorfes und seiner Bewohner nicht!

 

Für weitere Informationen bin ich sehr dankbar: aennchen@tharauvillage.de

 

Hier ein kleines Inhaltsverzeichnis, zur besseren Orientierung. Fotos lassen sich durch Klick darauf vergrössern:

 

 

  1. Die Lage des Dorfes
  2. Dorfpläne - Erzählung Spaziergang durch Schnakeinen als PDF - Keygster
  3. Geschichte von Schnakeinen
  4. Einwohnerlisten
  5. Fotos und Geschichten der Schnakeiner

1. Die Lage des Dorfes

Stern = Die Lage des Dorfes Schnakeinen im Kreis Pr. Eylau, zu Königsberg und zum Frischen Haff
Stern = Die Lage des Dorfes Schnakeinen im Kreis Pr. Eylau, zu Königsberg und zum Frischen Haff
Topographische Karte mit Schnakeinen und seinen Abbauten Neu- und Hochschnakeinen
Topographische Karte mit Schnakeinen und seinen Abbauten Neu- und Hochschnakeinen

2. Dorfpläne einst

Dorfplan Nr. 1: Erstellt von einer ehemaligen Bewohnerin Schnakeinen. Diese Zeichnung wurde aus dem Kopf angefertigt und kann nur eine ungefähre Lage der Gebäude wieder geben. Dieser Plan bezieht sich auf den Bericht "Spaziergang durch Schnakeinen".
Dorfplan Nr. 1: Erstellt von einer ehemaligen Bewohnerin Schnakeinen. Diese Zeichnung wurde aus dem Kopf angefertigt und kann nur eine ungefähre Lage der Gebäude wieder geben. Dieser Plan bezieht sich auf den Bericht "Spaziergang durch Schnakeinen".

Mitten durch Schnakeinen floss und fliesst natürlich noch immer der Keygster-Fluss, der hier eingezeichnet ist.

Zwei Fotos von einst und jetzt belegen das:

Der Keygster Fluss

Der Keygster fliesst noch immer... 2013

Hier der "Spaziergang durch Schnakeinen"

Download
Spaziergang durch Schnakeinen
Erinnerung an ihr Heimatdorf in Ostpreußen von Erika Hanff, geb. Dauter
Spaziergang.pdf
Adobe Acrobat Dokument 13.1 MB
Besitzverhältnisse zum Dorfplan Nr. 1. Es sind nicht alle Gebäude von Schnakeinen um 1944/45 verzeichnet
Besitzverhältnisse zum Dorfplan Nr. 1. Es sind nicht alle Gebäude von Schnakeinen um 1944/45 verzeichnet
Dorfplan 2: Die Nummerierungen beziehen sich auf die Einwohnerliste von Schnakeinen 1939. Sie folgt weiter unten auf diesen Seiten.
Dorfplan 2: Die Nummerierungen beziehen sich auf die Einwohnerliste von Schnakeinen 1939. Sie folgt weiter unten auf diesen Seiten.

3. Geschichte von Schnakeinen

Folende Texte entstammen dem Kreisblatt Preußisch Eylau. Sie stammen aus der Feder von Horst Schulz, dem Kreis-Chronisten. Sämtliche Beiträge sind auch in der Kreischronik "Der Kreis Pr. Eylau" zusammen gefasst.

Mein Dank geht an Herrn Gerhard Birth, dem ehemaligem Schriftleiter des Kreisblattes für die Zustimmung zur Veröffentlichung aller Texte daraus!

4. Einwohnerliste von Schnakeinen 1939

Vergleiche zu den Einwohnerlisten bitte auch anhand des Dorfplan 2 unten einsehen

5. Fotos und Geschichten von Schnakeinern

Hier einige Fotos und, soweit möglich, Anmerkungen zu Schnakeinens Dorfbewohnern die oben in der Einwohnerliste genannt sind.

 

Besonders bei den Gruppenbildern fehlen noch viele Zuordnungen einzelner Personen und ihrer Namen/Geschichte. Wer hier helfen kann und mag, ist herzlich eingeladen, die Chronik von Schnakeinen durch seine Berichte zu ergänzen.

Mitteilungen bitte an die Mailadresse: aennchen@tharauvillage.de

Alle Hinweise werden auf Wunsch natürlich vertraulich behandelt.

 

 

 

 

Karl Thiel - Mein Opa

Mein Opa Karl Thiel soll um 1888 geboren sein. Dieses Foto ist wohl das Älteste aus unserem ostpreußischem Familienalbum. Es ist das einzige Foto meines Opas, das wir besitzen.

Laut Aussage meines Vaters wurde die Aufnahme während eines Betriebsausfluges gemacht. Wo und nähere Umstände bleiben ungewiss.

Jahr der Aufnahme kann man, wohl anhand der Kleidung, um 1920 benennen.

Opa Karl Thiel muss mit Oma Anna zur Geburt des ersten Sohnes Gustav Thiel wohl in oder bei Packerau/Tharau gelebt haben. Gustav wurde dort 1911 geboren. Wir haben keine Dokumente, aber eine Auskunft der WASt in der dieser Geburtsort belegt ist.

Die einzige schriftliche Auskunft zu Karl Thiel notiert mein Vater um 1952 auf einem Zettel. Alles weitere über meinen Opa erfahre ich durch mündliche Berichte Berichte meines Vaters und durch die Briefe meiner Oma...

 

 

 

 

 

 

Papa´s Notizen

Papas Notizen von 1952, Todesjahr von Oma Anna. Darauf steht über Opa Karl Thiel geschrieben: Vater, geb. 15.2.1888 in Schnakeinen, Ostp., + 26.4.1933 in Kissitten.

 

Opa Karl Thiel: 3.Reihe v. u.: 3.v.r.
Opa Karl Thiel: 3.Reihe v. u.: 3.v.r.

Opa Karl Thiel soll nach Aussage meines Vaters also in Schnakeinen geboren sein.

Er starb 1933 in Folge eines Lungensteckschusses als Resultat seiner Militärangehörigkeit im 1. WK. in Kissitten bei Kreuzburg. Die Siedlung, auch mal Gut Kissitten genannt, lag nahe Schnakeinen. Dort soll mein Opa Karl in den 1920er Jahren versucht haben, sich mit einer Siedlerstelle Eigentum aufzubauen.

Aus Briefen meiner Oma geht hervor, das Opa Karl Thiel auf dem Armenfriedhof in Schnakeinen sein Grab fand.

Dieser lag gegenüber des Insthauses Kollien, eine Bauernfamilie für die meine Oma und die Söhne nach dem Tod meines Opas gewohnt und gearbeitet haben.

 

Durch Standesamtunterlagen oder gar Einträge in Kirchenbüchern ist nichts über meinen Opa zu belegen. Auf der Flucht gingen sämtliche Dokumente meiner Familie verloren.


Durch das Antiquar von Preußisch Eylauer Kreisblättern ist die Existenz der Thiel Familie in Schnakeinen und umzu bis ca. 1859 gesichert.

Durch die Verlustlisten