Ostpreußen

Das frühere Ostpreußen - video siehe unten

Die Vorgeschichte und Geschichte Osptreußens erscheint so reichhaltig wie alles, was wir von der Entstehungsgeschichte bis hin zum IST-Stand anderer Regionen kennen.

 

Allein die Sippe und Vorfahren meiner Oma Anna, die Matz, Matzen, Maz o.ä. fand ich über Jahrhunderte im nordöstlichen Ostpreußen. Da sie höchstwahrscheinlich den Altprußen zu zuordnen sind, werde ich mich dieser Geschichte näher widmen.

 

 

Der Sage nach sollen die Brüder Widewuto und Pruteno von Gotland über das Frische Haff auf Flössen ins Land gekommen sein, um das Volk der Prusai (auch Brus) zu gründen. Deren Geschichte ist schriftlich kaum belegt und so ranken sich Legenden um die Ureinwohner. Es gibt aber durchaus auch Fakten, die Historiker herausfanden.

 

Dazu eine kleine Sammlung:

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Es gibt eine Vielfalt zu sprachwissenschaftlichen Erkenntnissen dazu. Ich möchte dieses Thema auf unseren Seiten hier verständlich halten:

Die kleine Reisebeschreibung von Robert Budzinski „Entdeckung Ostpreussens“, Verlag Carl Reissner, Dresden 1940

 

Bei meinen Wanderungen stieß ich wiederholt auf

Ortschaften mit nicht sehr bekannten, aber desto klangvolleren Namen, so dass ich oft glaubte, mich in einer verzauberten Landschaft umherzutreiben. So fuhr ich einmal mit der Bahn von Groß-Aschnaggern über Liegetrocken, Willpischen, Pusperschkallen nach Katrinigkeiten, frühstückte in Karkeln, kam über Pissanitzen, Perkuiken, Juckenischken, Kuhdiebs nach Katzenduden, aß in Aschlacken Mittag, verirrte mich dann in Pudelkeim, Pupinnen, Bammeln, Babbeln und abendbrotete in Pschintschiskowsken, übernachten wollte ich in Kartzanupchen, wo ich entdeckte, daß ich infolge der vielen mir vorgekommenen merkwürdigen Namen meinen eigenen Vatersnamen ganz vergessen hatte, was den Wirt in Kartzanupchen mit Namen Struntzkeitzki veranlasste, mich fortzuweisen; so ging ich über Strontzken, Grondzken und Dumbeln nach Bumbeln und Budschißken, wo mir mein Name infolge der Klangähnlichkeit wieder einfiel, so daß ich in dem benachbarten Kakschen beim Gastwirt Kaschemecker anstandslos übernachten konnte. Am nächsten Morgen nahm mich ein Fuhrwerk aus Gartenpungel mit. Als ich den Besitzer fragte, von wo er her wäre, sagte er nur Prosit, hatte aber keine Flasche bei sich. Auf meine weitere Frage, wohin er fahre, meinte er Prostken, was mich veranlasste, ihn zu einem Schnaps einzuladen. Erst später erfuhr ich, dass die beiden Namen nicht ein Wink mit dem Zaunpfahl, sondern höchst anständige Ortsnamen waren. An dem folgenden Tage lernte ich noch kennen: Plampert, Purtzunsken, Kotzlauken, Mierunsken, Spirokeln, Wannagpuchen, Meschkruppchen, Salvarschienen, hörte noch von Spucken, Maulen, Puspern, Plumpern, Schabbeln, Wabbeln, wurde ohnmächtig und erwachte in Mierodunsken, wo mich der Landjäger von Uschpiauschken hingebracht hatte. Es dauerte lange, bis ich meine Sprache beherrschte, denn meine Zunge drehte sich mir fortgesetzt im Leibe um, so dass ich auf die Frage des Mannes, wohin ich wolle, sagte: Göbisknerg-Kösichgers-Knösiggerb-Königsberg. Der Beamte meinte: über Mischmiautsken oder Kampinischken, was mich so ärgerte, dass ich ihn mit „Dammelskopp“ anschrie. „Das liegt auf der anderen Strecke“, sagte er entgegenkommend. So gelangte ich denn über mehrere -ischken, -unsken, -schkallen und -scheiten nach Königsberg. Ein Blick in den Eisenbahnfahrplan überzeugte mich, dass ich nicht geträumt hatte.

 

Dem kann ich nur die Worte meines Vaters hinzufügen: "Bei uns gab es komische Ortsnamen wie Kuschitten und Puschkaiten".

 



Das frühere Ostpeußen