Thiel Vorfahren aus Ostpreussen

Geschichte meiner Thiel Familie aus Kreuzburg im ostpreussischen Kreis Preussisch Eylau

Die Anregung das es hier was zu erforschen gäbe gab mir mein Vater, als ich acht Jahre alt war. Damals erzählte er zum ersten Mal von s(m)einer ostpreußischen Familie, deren Leben im kleinen Dorf Schnakeinen bei der Stadt Kreuzburg/OPR

 

Bedingt durch Flucht, Vertreibung, Plünderung und Gefangenschaft blieb ausser einigen Fotos nicht viel von der Familiengeschichte übrig. Die Familienanghörigen waren in Ost und West Deutschland und Kanada versprengt, wenn sie denn überlebt hatten. Einige Schicksale konnten bis heute nicht aufgeklärt werden. Urkunden gab es nicht.

 

So blieben mir die mündlichen Überlieferungen meines Vaters und  die wenigen Fotos mit Widmung. Meine Forschung begann mit dem Tod meines Vaters vor 20 Jahren. Eigentlich hatte ich nichts in der Hand ausser diesem Notizblatt aus seinem Nachlass. In einem Notizbuch aus 1952  (in diesem Jahr starb meine Oma Anna) fand ich Angaben zu meinen Großeltern und Onkeln.

 

OMA ANNA:

Demnach war meine Oma Anna Thiel eine geborene Matz aus Packerau bei Tharau,

Sie wurde 1888 geboren und verstarb 1952 in Aue/Sachsen, damals sowjetisch besetzte Zohne. Während ihrer Flucht mit dem jüngsten Sohn Horst Thiel gelang sie zuerst bis Stolp. Dort arbeiteten beide unter polnischen Bauern.

Die russischen Besatzer reklamieren meinen Onkel 1947 für den Uranabbau in Aue. Meine Oma begleitet ihn dorthin.

Vater dokumentiert die Grablage seiner Mutter in Aue. Da er zur Beerdigung keinen  rechtzeitigen Einlass aus der britischen Zone in die sowjetische bekam, konnte er nur verspätet das mütterliche Grab aufsuchen.

Zu dieser Zeit des Geschehens mussten aufwendige Anträge beim zuständigen Bürgermeisteramt sowie in der SBZ für einen Einreise per Post verschickt werden. Es konnten Wochen verstreichen, um eine schriftliche Genehmigung in den Händen zu halten. Eine Zugfahrkarte zu erlangen gestaltete sich voller Hindernisse. Ob man dann kurzfristig Urlaub bekam, war fraglich. Fraglich war auch, ob man diese Reise überhaupt finanzieren konnte und ob man Unterkunft fand.

 

Wie auch immer, mein Vater kam zu spät. Das er nur dreimal am Grab seiner Mutter hat stehen können ist auch der deutschen Teilung geschuldet.

 

ONKEL Horst Thiel:

Mein Onkel Horst Thiel wird am 14.9.1928 in Schnakeinen bei Kreuzburg geboren. Mein Vater notiert noch, das sein Bruder 1945 von Schnakeinen b. Kreuzburg, Ostpr. flüchtete und 1947 nach Aue kam.

Die Brüder sahen sich nach der Flucht noch vier mal. Beide verstarben 1996.

 

ONKEL Gustav Thiel:

Mein Vater gibt an, er sei am 5.11.1911 in Schnakeinen geboren. Die WAST gibt Gustavs Geburt mit dem 6.11.1911 in Packerau bei Tharau an.Wahrscheinlich scheint, das mein Vater sich irrte. Logisch erscheint durchaus, Onkel Gustav wurde als erster Sohn im Heimat- und Herkunftsdorf meiner Oma Anna, wahrscheinlich in deren Elternhaus geboren.

1938 heiratete Gustav Sophie Elise Bass, geb. 11.11.1914 in Labehnen/Kreuzburg Ostp.

Er wurde bereits früh in die Wehrmacht eingezogen, womit sich seine Ausbildung zum Unteroffizier erklären lässt.

Gustavs Spur verliert sich im August 1944 in den schweren Kämpfen in der Ukraine/Bessarabien.

Seid dem gilt er als vermisst. Er hinterlässt eine Tochter.

 

Für die Erforschung meiner THIEL Ahnen sollte sich dieser kleine Ausschnitt 20 Jahre später als Bindeglied und Verknüpfung erhaltener Urkunden meiner THIEL AHNEN erweisen.

Vater: geb. 15.2.1888 in Schnakeinen. Ostpr. + 26. April 1933 in Kissitten

Das einige Daten überschrieben und nachträglich bearbeitet wurden weisst evtl. auf die Unsicherheit meines Vaters hin. Das er das Jahrhundert verwechselte, kann jeder nachvollziehen der mit der Ahnenforschung beginnt.

Während die Kirchenbücher von Tharau erhalten sind und ich darüber hinaus 2005 Angehörige meiner Oma Anna Matz fand kam ich mit den Matz Ahnen bislang gut voran.

 

Die Suche im Kirchspiel Kreuzburg für den Ort Schnakeinen gestaltete sich umso schwieriger. Standesamtunterlagen sind scheinbar nicht vorhanden. Zu allem Überfluss enden die letzten Kirchenbuch Überlieferungen aber bereits 1845.

Wenn ich wohl alles las, was ich über diese Region in die Hände bekam und allen möglich erscheinenden Verknüpfungen folgte: Bis März 2016 bestand kaum eine reale Aussicht, dass ich meine THIEL Ahnen tatsächlich jemals finden könnte.

 

Hoffnung versprachen die Briefe meiner Oma Anna, die sie von 1947-1952 an meinen Vater schrieb. Hilfreich waren auch die Einwohnerlisten von 1939 sowie die Sammlungen der Kreisgemeinschaft Pr, Eylau. Einzig fehlten mir immer noch weitere Verknüpfungen zurück.

Ahnenforschung ist spannender als manch ein Krimi. Das ist Grund genug diese Lektüre die das Leben schrieb bis zum Ende abzuarbeiten.

Wenn eine meiner Schwächen das Geduldigsein ist, wurde ich hier über 20 Jahre extrem auf die Probe gestellt. Alles hat sich gelohnt.


Opa Karl Thiel

Mein Vater Ernst Heinrich Thiel wurde am 4.6.1920 in Schnakeinen bei Kreuzburg im Kreis Preußisch Eylau als dritter von vier Söhnen der Anna Thiel, geb. MATZ aus Packerau bei Tharau und des Karl THIEL aus Schnackeinen bei Kreuzburg in OPR. geboren.

Das einzige Foto aus dem Familienalbum von Opa Karl soll, lt. meinem Vater, auf einem Betriebsausflug entstanden sein.

Wo auch immer es war, ein Bahnhof, ein Ausflugslokal....?

Opa Karl ist der dritte von rechts in der dritten Reihe von unten.

 

Die Fotos lassen sich durch klick vergrößern

Das einzige Foto von Opa Karl Thiel -Nachlass von Oma Anna-
Das einzige Foto von Opa Karl Thiel -Nachlass von Oma Anna-
Opa Karl als Ausschnitt aus dem Bild das ung. in den 1920 ern gemacht wurde
Opa Karl als Ausschnitt aus dem Bild das ung. in den 1920 ern gemacht wurde

Verwandte von Opa Karl Thiel

Aus den Briefen der Nachkriegszeit von Oma Anna lässt sich ein Briefkontakt zu ihrer Schwägerin Bertha Dreier entnehmen. Bertha taucht auch in den Einwohnerlisten von 1939 im Dorf Schnakeinen auf. Dem Wortlaut in der Ansprache "liebe Schwägerin" entnahm ich, dass Bertha Dreier eine Schwester meines Opa Karl Thiel war.

Eine Tochter der Bertha Dreier, Frau Elisabeth Platt, geb. Dreier in Schnakeinen, hielt bis in die 1990er Kontakt zu meinem Vater. Er stellte sie mir als seine Cousine vor.