Thiel Familie und Ahnen

aus Pr. Eylau - Kirchspiel Kreuzburg

20 Jahre Forschung, die Auswertung von Listen, Briefen und Chroniken in dieser Zeit hat es benötigt bis ich endlich unsere Familiengeschichte ergründen konnte und meine Ahnen fand.

Ausschlaggebend für das erfolgreiche Zusammensetzen dieser Puzzelteile waren jedoch zwei jeweils 65 -70 Jahre alte Notizen, ein aufmerksamer Grosscousin und das Internet, über das wir uns fanden.

 

Vaters notizen

Anlässlich der Beerdigung meiner Oma Anna Thiel, geb. Matz notiert mein Vater die Familiendaten. Anna war am 12.4.1889 in Packerau bei Tharau geboren.

Opa Karl, den er hier Vater nennt, war am 15.2.1888 in Schnakeinen geboren.

So die Erinnerung meines Vater.....

 

Karl und Anna hatten vier Söhne, von denen Karl als Kind verstarb. Es blieben die Söhne Horst, Ernst und Gustav.

 

Eine Collage meiner Familie von Rolf Tappeser. Nach den Notizen meines Vaters sollte das Geburtsdatum meines Opas Karl 15.2.1988 lauten.
Eine Collage meiner Familie von Rolf Tappeser. Nach den Notizen meines Vaters sollte das Geburtsdatum meines Opas Karl 15.2.1988 lauten.
Opa Karl Thiel mit ca. 25 Jahren, um 1914 vor seiner Verwundung. Aus dem Nachlass seiner Schwester Auguste. Eingereicht von Wolfgang Kalkau.
Opa Karl Thiel mit ca. 25 Jahren, um 1914 vor seiner Verwundung. Aus dem Nachlass seiner Schwester Auguste. Eingereicht von Wolfgang Kalkau.

Ein wenig Verwirrung muss schon sein. Und der Fehlerteufel zeigt sich in der Ahnenforschung durch Übertragung und Hörensagen häufig.

Das mein Opa Karl hiess geht eigentlich nur aus den Erzählungen meines Vaters hervor, so hat er es auch dem Standesbeamten bei seiner eigenen Hochzeit angegeben. Amtliche Nachweise gibt es nicht.

Bekannt ist, das Karl Thiel im 1. Wk gedient hat und verletzt wurde (Lungensteckschuss). In den Verlustlisten findet sich dieser Eintrag:


Auszug Verlustliste 1. Wk vom 5.2.1918. Nur das Geburtsdatum entspricht annähernd Vaters Notizen
Auszug Verlustliste 1. Wk vom 5.2.1918. Nur das Geburtsdatum entspricht annähernd Vaters Notizen

3. R. v.u., 3 v. l. Opa Karl. Das Foto soll auf einem Betriebsausflug entstanden sein, ca. 1920er Jahre
3. R. v.u., 3 v. l. Opa Karl. Das Foto soll auf einem Betriebsausflug entstanden sein, ca. 1920er Jahre

Opa Karls Schwestern

Oma Annas Notizen

Das mein Opa zwei Schwestern gehabt haben könnte, war den Bemerkungen aus Omas Briefen und ihrem schriftlichem Nachlass zu entnehmen.

 

Berta Dreier, geb. Thiel *1884. Aus den Seelenlisten war bekannt, dass sie noch 1939 in Schnakeinen gelebt haben musste.

In einem weiteren Haushalt wird Melker Paul Dreier *1907 mit Ehefrau Elisa, geb. Gilmeister und Tochter Helga *1937 genannt.

 

Aus Omas Adress-Notizen um 1948/52: Berta Dreier in Möhra

In einem weiteren Brief berichtet Oma von der Beerdigung der Frau Wiechert. "Nur Cousine Anna und ein paar Flüchtlinge waren dabei...." so schreibt Oma. Aber wessen Cousine war Anna (die von Vater?) und wie stand sie zu Frau Wiechert?

Eine Frida Wiechert taucht auch in Oma Adress-Notizen auf.

Wer war Frida Wiechert? Aus den Seelenlisten von Schnakeinen geht hervor, dass sie mit ihren Kindern in Schnakeinen lebte.

Frida Wiechert mit ihren Kindern in Schnakeinen, ca. um die 1940er. War sie nur eine Nachbarin der Thiel Familie in Schnakeinen oder die Schwester meines Opas?

Aus dem Fotoalbum meiner Cousine Erika Hanff, geb. Dauter.

 

Notizen von Auguste Wiechert, geb. Thiel


Nach 20 jähriger Erforschung meiner Thiel Sippe in Ostpreussen hatte ich gelernt, diverse Ausschlussverfahren für deren Herkunkt anzuwenden. Da es für die letzten, bekannten oder errechneten Jahre ihrer Geburt oder ihrer Hochzeiten keinerlei Personenstandsunterlagen gab, schränkte auch dies irgendwann meine Erwartungshaltung auf authentische Funde ein.

 

Das Einzige was blieb war darauf zu hoffen, dass es doch noch Nachkommen der auseinander gewürfelten Verwandtschaft gab. Ideal wäre, wenn sie sich für die Ahnen- und Familienforschung interessieren und Unterlagen deutscher Gründlichkeit aufbewahrt hatten.

 

Ostern 2016 wurde meine Hoffnung mehr als reichhaltig belohnt.

Während andere eine reiche Grosstante in Amerika hatten, hatte ich eine in Ostpreussen.

Ihre grössten Schätze lagen in ihrer familiären Verbundenheit und wurden übertragen auf ihre Tochter Anna Kalkau, geb. Wiechert, die Interesse an der Familiengeschichte zeigte, Freude am Erstellen von Stammbäumen hatte und Standesamtunterlagen ihrer und der Familie ihres Mannes aufbewahrte.

Im März 2016 schickt mir Wolfgang Kalkau folgende Notiz von Auguste Wiechert, geb. Thiel an seine Mutter Anna und wurde ca. 1942 verfasst.

 

Auguste Wiechert, geb. Thiel notiert hier die Daten ihrer Geschwister oder anders, sie schreibt für Tochter Anna Kalkau, geb. Wiechert die Daten ihres Onkels und ihrer Tanten auf.

Der darin Onkel, welcher mein Opa Karl war, wurde am 15.2.1886 in Schnakeinen geboren. Vgl. Vaters Notizen oben.

Das Geburtsjahr stimmt nicht überein. Sollte mein Vater sich darin geirrt haben? Ich gehe davon aus. Denn das war auch bei anderen Angaben seiner Notizen der Fall...

Auguste benennt das Hochzeitsdatum meiner Grosseltern Karl und Anna mit 13.10. [1912?] in der Kirche von Tharau.

Für die Richtigkeit spricht, dass damals häufig im Herkunftskirchspiel/Ort der Braut geheiratet wurde: Oma Anna Thiel geb. Matz wurde in Packerau bei Tharau geboren.

Anzumerken wäre dann, das der evtl. erstgeborene Sohn, mein Onkel Gustav Thiel, unehelich getauft worden ist. Für ihn liegt die standesamtliche Bescheinigung der Trauung sowie der Kirchenbuch-Eintrag von Mahnsfeld dar. Beide sind ohne Altersangabe. Die einzige amtliche Verwertung haben wir von der WAST ltGustav ist 6.11.1911 geboren.