Kirchspiele Kreis Pr. Eylau


Bis auf fünf Ausnahmen stammten die Kirchen im Kreis aus der Zeit vor und um die Reformation. Dennoch war bis 1945 der Anteil der Gläubigen überwältigend hoch evangelisch. 

Zu bemerken ist, dass mein Vater sich ausdrücklich nicht als evangelisch/lutherischer Christ bezeichnete. Seine Konfession sei schlichtweg evangelisch gewesen, wie er betonte.

Lesen konnte ich dazu nichts. Verständlich wird das aber schon, wenn man bedenkt das viele Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden, Belgien, Österreich der Schweiz und wohl auch einige Briten wegen ihres Reformationswillens eine neue Heimat in Ostpreußen fanden. Der alte Fritz gab ihnen freies Geleit durch sein Reich.

 

Die Statistik berichetet über die Gläubigen im Kreis folgendes:

1858     50306 ev.        377 kath.     158 mosaisch      7 andere Christen

1933     47648 ev.      1978 kath.       56 mosaisch    91 andere Christen

 

Der starke Anstieg der Katholiken lässt sich durch die Wiedervereinigung des überwiegend katholischen Ermalandes mit Ostpreußen um 1792 erklären. Es wird ein Zuzug aus den südlich gelegenen ermländischen Nachbarkreisen Heilsberg und Braunsberg stattgefunden haben.

 

Die Suchfunktion des Browsers Seite durchsuchen hilft beim Finden von Ortschaften.

 

TIPP: Es bleibt wirklich kompliziert, solange ich nicht aus dem Gemeindelexikon die genaue Zuordnung übertragen habe und diese mit den Angaben bei H.Schulz abgeglichen sind.

Die Liste der Kirchspiele enthält die Gemeinden. Zu diesen gehörten weitere Ortschaften die hier noch nicht aufgeführt sind.

Allerdings zählten gleichlautende Orte mitunter zu verschiedenen Kirchspielen. Die Zugehörigkeit muss also gut recherchiert werden. Beispiel: Zum Amtsbezirk Arnsberg, lag nah zu Tharau und Kreuzburg gehörte Dorf und Abbau Packerau welche aber zum Kirchspiel Tharau gezählt wurden. Den Ort Sand gab es in der Gemeinde Albrechtsdorf und Sand Vorwerk in der Gemeinde Sollnicken, die Vorwerk Bewohner zählten zum Kirchspiel Kreuzburg.

 

Parallel kann dazu hier die Seite Städte Amtsbezirke Gemeinden Orte eingesehen werden. 

Anschaulicher wird die Zuordnung Orte zu Kirchspiel dann, wenn ich alle Beschreibungnen der Orte unter Einwohnerlisten A-Z vorgenommen habe.

 

Kirchspielgemeinde ist hier komplett mit allen Ortschaften abgebildet.


 

Kirchspiele evangelisch 1926 Gründung Gemeinden/Orte
     
     
Abschwangen Verbundkirche Vorreform mit Almenhausen
Albrechtsdorf 1335

Bandels                Kobbelbude Bartelsdorf Marguhnen

Sand

Tappelkeim

 

Almenhausen Vorreform

Abschwangen Almenhausen Blankenau Bönkeim              Waldhaus Elchwalde-Försterei Freudenthal

Gr. Waldeck Grünbaum Johannisberg Kämmersbruch

Kl. Haferbeck

Kl. Waldeck Konitten

Mostitten

Neu-Abschwangen Oberblankenau Olk

Randenau Ranglack Wesselsbruch Wisdehnen

 

Borken Vor 1400

Ardappen

Borken

Gr. Wolla

Kl. Wolla

Lengen

Neusorge Oberhausen Paulienen

Pillwen Schonklitten Spittehnen

Tolks

 

Buchholz Um 1400

Buchholz

Egdeln

Finken

Halbendorf Kattlack

Papperten Parösken

Raaben

Saraunen Schwadtken Wangnick Wiecherts

Worlack Wotterlack

 

Dollstädt 1472

Dollstädt

Gr. Park

Kattlack

Kl. Park

Neu Posmahlen Neu Sollau Posmahlen Seeben

Sollau

Sopienberg Vogelsang Waldhaus Waldkeim Zwangshof

 

Eichhorn Vorreform

Dixen

Dörsen

Eichhorn Ernstwalde Gallehnen Glomsienen Jägerhof Kl. Kohsten Kl. Kumkeim Kl. Maxkeim Kl. Peisten

Müggen

Neuhof

Neukrug Stettinnen Stettinnenhof Vorder-Kumkeim Wilhelmshöh Wokellen Zipperken

 

Groß Peisten Verbundkirche 1615

Gr. Peisten Grauschienen Grünwalde Hanshagen

Hoofe

Ludwigshof Sienken

 

Guttenfeld Vorreform

Achthuben Blumstein Friedrichshof Forsthaus Hubertus Forsthaus Waldheil Guttenfeld Hoppendorf

Kl. Steegen Luisenhof Sophienhof Wilhelmsberg

 

Hanshagen Verbundkirche Um 1400

Hanshagen

Hoofe

Ludwigshof Sienken

 

Jesau 1509

Arweiden Dorotheenhof Fabiansfelde Friederikenthal      Gr. Lauth               

Karwinden

Jesau Katherinenhof

Kl. Karwinden Lawdt

Lichtenfelde Louisenhof Thomsdorf Wald Wöterkeim

 

Kanditten vor 1415

Amalienhof

Augam Garbnicken Gottesgnade

Gr. Steegen Kanditten Kreuzspahn Liebnicken Mühle Liebnicken Quehnen

Rimlack Sangnitten Schatzberg Walschhof Wildenhoff Wormen Worschienen

 

Klein Dexen Vorreform 1320

Alkehnen Bornehnen

Görken 

Domtau

Dulzen

Gr. Dexen

Grundfeld Heinrichsbruch Hussehnen Jerlauken

Kl. Dexen

Körnen

Leißen

Lölcken        Orschen

Pilzen 

Pompicken Roditten

Rositten

Saagen Schlauthienen Schlawitten Schwadtken Schwadtken- Waldhaus Skerwitten Sodehnen Stablack Försterei Supplitten Wackern Wilhelmshöhe Först. Wonditten

 

Kreuzburg alle Orte

Vorreform

Arnsberg Gut

Cavern        Döbnicken Gr./Kl. Glauthienen

Globuhnen 

Heyde Vorwerk Hollstädt Gut  Karlshof Vorw. Kilg

Kilgis anteilig Kissitten Gut Kreuzburg  Krücken Kir.-Huf. Krücken Gr./Kl.Krücken

Kussitten Gut Labehnen Gr. Gut Kl.Labehnen Liepnicken Moritten  Pasmarshof  Plembach Först. Porschkeim    Sand Vorwerk Schnakeinen Schmerkstein Sollau         

Sollau Alt-            Sollau Neu- Vorw.

Sollnicken Gut  Struwe Vorwerk Tiefenthal  Tykrigehnen Gut Vogelsang Wangnicken Vorw.

 

Landsberg Vorreform

Eichen

Glandau Grünwalde Paustern Schönwiese Woymanns

 

Mühlhausen 13. Jhd.

Karlshof Vorwerk Knauten Louisenhof Mühlhausen Rodeland Romitten Schultitten Schwellienen Storkeim Vierzighuben

 

Pr. Eylau Vorreform

Kromargen Legden anteilig Loschen Mollwitten Poschloschen

Pr. Eylau Rothenen Serpallen Strobehnen Tenknitten Topprienen Warschkeiten Zohlen-Perscheln

 

Petershagen Vor 1593

Bensen Dittchenhöfen Elisenhof

Nerfken Petershagen Pudelkeim Salwarschienen Salwarschienen- Bahnhof Schönwiese Gut Schwollmen Sieslack

 

Reddenau 1326

Borchertsdorf

Gut Grauschienen Gunten

Kirschitten Kraphausen Liebhausen Markhausen Mühlfeld Powarschen Reddenau

Rösken

Sortlack

Sperlack Weischnuren Wienen

 

Schmoditten 14. Jhd.

Althof

Auklappen Bekarten Boggenthien Drangsitten Ellermühle

Gr. Sausgarten Johnken

Kl. Sausgarten Karlshöfen Kniepitten Kutschitten Lampasch Leidtkeim Melonkeim Naunienen Neucken

Palpasch Perkuiken Pieskeim

Rappeln Rohrmühle Schloditten Schmoditten Sossehnen Tollkeim

Wogau

 

Stablack Gartenstadt 1937

Dexen

Gallingen

Görken

Gr. Dexen Hussehnen Klaussen

Lager Nord Stablack Pompicken Roditten

Rositten Schlauthienen Skerwitten Stablack- Gartenstadt Supplitten Wackern

 

Tharau Um 1350

Augustenhof Baiersfelde Bajohren

Bögen

Braxeinshof Braxeinswalde Ernsthof Gröbensbruch Grünhof Hasseldamm

Kl. Lauth Louisenhof Packerau

Panshof

Ponitt

Romlau Schrombehnen Tharau

Tharau Bahnhof Tharau Ziegelei Wittenberg

 

Uderwangen Vorreform

Ackerau

Frisching Fuchsberg Försterei Gr. Eberswalde Gr. Haferbeck Kl. Eberswalde Kämmersbruch Lewitten

Liebenau

Moddien

Pilgrim Schneiderwinkel Thomsdorf Trinkheim Uderwangen Unruh

     

 

 


Kirche Kreuzburg
Kirche Kreuzburg

 

Kirchen katholisch Gründung Ort
Gemeinde mit Betsaal 1866 Landsberg
Katholische Kirche 1892-1895 Landsberg
Kapelle Landsberger Straße 1907 Pr. Eylau
Katholiken Tharau/Wittenberg   Königsberg
Katholiken West- u. Nordwestlich   Zinten
Katholiken nordöstlich und mittig   Pr. Eylau
Katholiken östlich u. Südöstlich   Bartenstein
Katholiken südöstlich   Landsberg
Katholiken besuchten vor 1855 Heilsb. /Braunsb.

 

 


 

Verbundkirchen     Haupt- u. Tochterkirche  
         
Almenhausen mit  Abschwangen     verbundene Kirchen  

Gr. Peisten mit

Hanshagen

    verbundene Kirchen  
         
Kirche eingegangen Gründung   Gesichert Anmerkungen
         
Hussehnen       Hat der Sage nach bestanden
Krücken Um 1249   eingegangen n. Reformation Gedächtniskirche n. Ordensniederlage
Tiefenthal     eingegangen n. Reformation Nach 1525
Trinkheim     eingegangen n. Reformation Nach 1525
Labegow Um 1249   Friedensvertrag v. Christburg Lage Labehnen b. Kreuzburg
Tummo Um 1250   Friedensvertrag v. Christburg Lage ungew. Domnau od. Lauthen od. Wore
Sutwiert Um 1251   Friedensvertrag v. Christburg  
         
         
Kapellen und ähnliches Jahr   Art und Zweck Ort
Gr. Waldeck ehemals Patollen 1402  

AugustinerEremitenkloster

Patollen Groß Waldeck, K. Abschwangen
Schlosskapelle Kreuzburg     Nur von Burginsassen genutzt Kreuzburg
Sankt-Leonhardts-Kapelle     Wallfahrtskirche bis Gründung Refomation ausserhalb Kreuzburgs nördl. auf einem Friedhof
Burgkapelle Pr. Eylau     Für Burginsassen bis Reformation Pr. Eylau

 

 


Andere Gemeinden

 

Trafen sich in Hausgemeinschaften zu Andachten, Bibelstunden und Zeremonien. 

Baptisten Gemeinde seit Mitte 1800 in Albrechtsdorf, Kirchenbau 1864 -zuletzt ca. 300 Mitglieder- mit dem Angebot der Sonntagskirche, einem Mitteilungsblatt, einem Chor und Angeboten für junge Mitglieder die Jungschar.

Christliche Gemeinschaft

Adventisten

Apostolische und Neu-Apostolische Gemeinde - Kirche und Kapelle in Kreuzburg und Wittenberg

Methodisten 

 

Gemeinden jüdischen Glaubens (mosaisch) - Sie lebten überwiegend in Pr. Eylau und Landsberg, wenige in Kreuzburg und Uderwangen. Ihre Friedhöfe befanden sich in Pr. Eylau und Landsberg auf. Es gab keine Synagoge im Kreis. Soweit nach Horst Schulz.

 

Vermutlich wurde die schöne Synagoge in Köngisberg von den gläubigen Juden aufgesucht, die dann ja auch dem Bombenhagel zum Opfer fiel.

Es gab auch anderen Ortes im Kreis jüdische Menschen. Mögen sie auch nicht gläubig und als solche gezählt worden sein. In den Tharauer Kirchenbüchern bis 1873 steht  durchaus geschrieben das dort im Kirchspiel ansässige Personen mosaischen Glaubens waren. Eine meiner Urgroß-Tanten heiratete dort Carl Leßheim, einen Knecht aus Packerau. 

In der Chronik von Tharau wird von jüdischen Händlern berichtet, die auf den Märkten ihre Waren anboten.

In den Einwohnerlisten finden sich etliche Namen, die auf jüdische Herkunft verweisen. Ob nun der alteingessene Cohn, Goldmann, Perlmann, Rosenberg und einige mehr.

 

Aus Landsberg:

...wird berichtet das nur zwei der sieben Kinder der Familie Levin gerettet werden konnten. Betty Kohn, geb. Levin verlor Mann und Brüder in Ausschwitz.

Wie Betty übersiedelte auch die Familien Alexander nach Israel. Familien Zwilsky und Ullenberg emigrierten bereits 1935 in die USA.

Simon Saul und Frau wurden in Berlin Opfer der Nazi-Ideologie. Die Tochter von Behrend holten sie ab. Von den Familien Arnsberg und Bukofzer ist der Verbleib unbekannt.

 


Neuapostolische Kirche Kreuzburg 1930er
Neuapostolische Kirche Kreuzburg 1930er


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