Ernsthof


 

 

Dorf und Gut Ernsthof

 

Das spätere Gut Ernsthof war der jüngste Ortsteil der Gemeinde Tharau neben Augustenhof, Gut Bajohren, Braxeinshof, hatte aber die vielseitigste Geschichte. Es wurde ım Jahre 1822 aufgrund der Bezirksregulierung der Tharauer Bauern 1820 abgetretenden Bauernlandes von der Gutsherrin Albertine von Schöning, geb. von Braxein, errichtet und sollte zuerst Neu-Tharau heißen. Doch dieser Name wurde wohl von der Regierung in Königsberg nicht genehmigt, weil er zu Verwechslungen Anlaß gab. Das neue Vorwerk bekam den Namen „Ernsthof‚ nach Ernst v.Schöning, dem Gatten der Albertine v. Schöning. Am 10. 10. 1825 erhielt Ernsthof diesen Namen amtlich, Es war ein Vorwerk der Begüterung Tharau, das 1831 1597 Morgen groß war. Damals lebten dort die Familien von 10 Instleuten mit 62 Personen. Die Vorwerksgröße war identisch mit dem abgetretenen Bauernland von Tharau.

1842 übernahm Carl August v, Gramatzki das Gut Tharau von seinem Vater. Da er andere Erben auszahlen mußte, verkaufte er etwa 1846 einige Vorwerke, darunter Ernsthof und Romlau an einen Verwandten der Familie Schach v. Wittenau. Ernsthof

 wurde Gutssitz, Romlau Vorwerk. Beide hatten 1846 zusammen 9 Wohngebäude und 128 Einwohner, davon das Gut 6 Häuser und 85 Bewohner. Herr Schach v. Wittenau verkaufte Gut und Vorwerk schon 1855 an Theodor Rosenow, der aus Mecklenburg

stammte und mit schwerem Boden umgehen konnte. Ob er ein Verwandter von Ludwig Rosenow auf Rittergut Dulzen war, ist nicht bekannt.

1871 hatte das Rittergut Ernsthof 9 Wohnhäuser, 33 Haushalte und 176 Bewohner. Davon das Hauptgut 5 Wohngebäude und 124 Einwohner. 1879 war es mit Romlau und auch Gröbensbruch, das zugekauft war, 679 ha groß, davon 513 ha Acker, Weiden, 92 ha Wald, 4 ha Wasser und 13 ha Hof/ Wege/Unland.

Etliche Jahre später, 1886, erbte die Tochter Marie Henke, geb. Rosenow, das Rittergut das mit beiden Vorwerken 1885 693 ha groß war. Davon 95 ha Wald. In allen drei Gutsteilen lebten in 9 Wohngebäuden

180 Personen. 1895 waren 8 Häuser vorhanden. Sie und ihr Mann wurden mit dem Gut nicht fertig. Es kam im Jahre 1906 zur Zwangsversteigerung. Otto Grünberg ersteigerte es zusammen mit Gut Romlau. Gröbensbruch wurde von Gut Tharau zurückgekauft.

Grünberg wohnte in Eydkuhnen. Das Gut bewirtschaftete sein Sohn Paul. Ernsthof mit Romlau war 1907 noch 586 ha groß.

Grünberg betrieb Holländer Viehzucht und hatte eine Meierei eingerichtet. 1908 bekam das Gut Eisenbahnanschluß bei der Nebenbahn Tharau/Wittenberg – Kreuzburg. Die Haltestelle lag etwa 700 Meter südostwärts vom Hof.

Auch bei den Grünbergs ging es nicht recht voran. Sie verkauften das Gut am 1.12.1912 an Arthur Stenzel, den fünften Besitzer in gut 65 Jahren. Stenzel musste das Vorwerk Romlau 1920 verkaufen, das mit 125 ha nun selbstständiges Gut wurde.

 

1928 wurde der Gutsbezirk Ernsthof aufgelöst und kam zur neuen Gemeinde Tharau, wo auch die Schule lag. 1933 kaufte der jüngste Sohn Kurt Stenzel Ernsthof zurück und bewirtschaftete es mit dem Kämmerer Gustav Groß und Albert Wagner sehr erfolgreich. 1937 wurde Ernsthof zum Erbhof erklärt. Der Gutshof mit Park am Strena Flüßchen lag etwa 2 Km von Tharau entfernt. Es wurden 8 Vollbauernstellen von etwas 10 – 45 ha geschaffen, die alle verstreut an der Straße Tharau – Wernsdorf lagen. Vier nördlich an dieser Straße und vier an der südlichen Seite.

1932 werden die fünf größten Siedlungen von Hermann Dennicke, Gottlieb Hahn, Hermann Nietze, Friedrich Joost und Emil Stege genannt. Die ersten drei erwähnten Siedlungen waren 1945 schon in andere Hände übergegangen.

 

Die letzten Besitzer von Ernsthof 1945

Joost, Kurt              Schwarz, Friedrich

Preuß, Willy             Stege, Martha

Rehse, Hermann     Udaly, Arthur

Rogalski, Friedrich  Wilhelm, Otto

 

nach Horst Schulz Die Städte und Gemeinden im Kreis Pr. Eylau