Das ist wirklich etwas kompliziert. Unterschiedliche Quellen aus verschiedenen Jahren machen verschiedene Aussagen dazu. Selbst in den Texten von Horst Schulz in seinen verschiedenen Büchern (Städte und Gemeinden Kreis Pr. Eylau; Der Kreis Pr. Eylau) sind unterschiedliche Bezeichnungen und Zuweisungen zu finden.
Amtlich: 1818 = Kreisreform Kreis Brandenburg wird zu Kreis Pr. Eylau.
Es gab auch Gebietsreformen und andere Veränderungen, die auch bei Ortschaften nicht halt machten. Dies bezieht sich aber auf Jahrhunderte.
Dazu muss man auch wissen, dass es in der Region z.B. viele Forst- und Waldhäuser, Abbauten und Güter gab. Sie bestanden aus nur wenigen Gebäuden, trugen eigene Namen häufig auch als Kl. oder Gr. (auch Klein oder Groß, schön ist auch Waldhausthomsdorf) bezeichnet.
Dann wieder den Namen der dazugehörigen Ortschaft (Packerau/Packerau Abbau), des Amtsbezirkes, der Gemeinden oder aber sie hatten eigenständige Namen und wurden dann als zugehörig zu... oder bei.... geführt.
Dies wohl auch je nach Sicht des Betrachters, der fand das das Waldhaus x aus seiner Sicht näher bei Ort x lag.
Im Stablack-Gebiet gab es mit der Einrichtung des Truppenplatzes und Heeresbezirks eine neue Anordnung des Kirchspiels. Siehe
Zu den Kirchspielen noch soviel. Zeitzeugen berichtetn das es über die Dörfer bis in die 1930er weit verbreitet war sich dort taufen oder trauen zu lassen, wo die Kirche dem Wohnort am nächsten lag. Ebenso verhielt es sich mit dem Schulgang. Amtliche Stellen hin oder her... hier im Bezug auf ziviles und kirchliches Leben. Mit der Einführung der Standesämter um 1874 wird eine neue Ordnung geschaffen.
Unsere Reise zurück führt uns ja auch in eine Region die nur in Städten und städtischer Nähe eine gewisse Infrarstruktur hatte. Neubauten gab es erst, wenn ein Gebäude vor dem Zusammenfall stand. Bei Schulz ist zu lesen, dass sich Ortschaften meist um 1890 durch Neubauten vergrößerten. Im 1. Weltkrieg brach das ein. In den 1920er holte auch die Kreisbewohner die Wirtschaftsrezession ein. In den 1930ern entstanden dann wieder recht viele Eigenheime.
Der Landstrich enthielt überwiegend unbefestigte Straßen. Über Land meist eher schmale Wege mit tiefen Löchern. In Ostpreußen gab es hohe Schneeaufkommen. Weit ins Frühjahr waren die Wege durch die Schneeschmelze verschlammt. Ein Auto blieb bis über die 1930er hinaus eine kleine Sensation auf dem Land, Fährräder waren ein kostbares Gut. Einige wenige Kleinbahnstrecken wurden erst nach der vorletzten Jahrhundertwende angelegt (Tharau-Kreuzburg 1908), die Bahnhöfe lagen Kilometer von den Dörfern entfernt. Autobusse wurden um 1927 gemeldet. Mit Ausnahme von Althof-Glandau-Hussehnen-Rossitten-Schrombehnen-Tolks musste man in die Stadt nach Kreuzburg-Landberg oder Pr. Eylau marschieren. Selbst auf den Bauernhöfen gab es kaum einen Zweispänner oder Pferde. Die Kutsche der Dorf-Bewohner bestand meist aus einem Ochsenkarren, mit viel Glück hatte der schon Gummibereifung. Ochsen gab es reichlich.
Der Kirchgang mag also für unsere Vorfahren genauso beschwerlich wie ihr gesamtes Leben gewesen sein. Besonders für die Männer. Die Tharauer Pfarrer sollen nicht selten von der Kanzel gewettert haben, weil überwiegend Frauen und Kinder die Bänke besetzten.
Auch von amtlicher Stelle ist in alten Kreisblättern zu lesen, der Sonntag solle geheiligt werden. Nach oder schlimmer noch auf dem Abzweig vor dem Kirchgang, soll die Einkehr in einen Krug unterlassen werden.
Für Kreuzburg sind überliefert: Taufbücher bis 1829, Traubücher bis 1845, Tote bis 1808
Die Gemeinden zum Kirchspiel Kreuzburg gehörig bis 1945
Arnsberg
Cavern
Glauthienen
Kilgis anteilig
Kreuzburg
Krücken
Liepnicken
Moritten
Döbnicken
Porschkeim
Schnakeinen
Sollau
Sollnicken
Tiefenthal
Zu den Gemeinden gehörten unten aufgeführte Orte. Hier ein Gesamtüberblick aller Amtsbezirke, Gemeinden und Orte und alle Kirchspiele Kr. Pr. Eylau
